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Edelstahl versus Kupfer im Kampf gegen Keime

(17.12.2009)Edelstahl, Kupfer, Keime, Keimkiller, Türklinke, Lichtschalter, Türgriff, Infektion, Staphylokokken, Türklinken, Bettgestelle, Sanitärarmaturen, Kontaktoberflächen, AntibiotikumDer Warenzeichenverband Edelstahl Rostfrei e.V. weist aktuell darauf hin, dass die dauerhafte Beständigkeit gegenüber mechanischer Belastung, Desinfektions- und Reinigungsmitteln sowie die inerte, hochglatte Oberfläche von Edelstahl die nach dem Stand der Wissenschaft führende Rolle des robusten Werkstoffs in Sachen Hygiene und Gesundheitswesen begründet. Verstärkt wurde derzeit jedoch auch wieder die antibakterielle Wirkung von Kupfer als "Keimkiller" ins Feld geführt - siehe z.B. Beitrag "Kupfer gegen Keime: Erwartungen wurden übertroffen" vom 2.7.2009. Dabei würden jedoch nach einer neuen Studie des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit (IHPH) an der Universität Bonn signifikante bekannte Schwachstellen sowie bislang ungeklärte Folgen des Werkstoffs Kupfer außer Acht gelassen.

Gefährliche Keime sind in Krankenhaus und medizinischen Einrichtungen zunehmend auf dem Vormarsch. Jeder zehnte Patient, der in der Europäischen Union (EU) in ein Krankenhaus eingeliefert wird, infiziert sich dort. Von diesen rund drei Millionen Menschen sterben nach einer aktuellen Schätzung des Europäischen Center for Disease Control and Prevention (ECDC) 37.000 an der nosokomialen - im Krankenhaus erworbenen - Infektion. Allein in Deutschland beträgt die jährliche Infektionsrate nach Erhebungen der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) jährlich über 500.000 Patienten. Das Nationale Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen (NRZ) in Berlin schätzt, dass jährlich 7.500 Todesfälle in Deutschland auf Krankenhauskeime zurückzuführen sind. 20 bis 30 Prozent dieser Todesfälle hält das NRZ für vermeidbar. Absolute Hygiene insbesondere auch bei häufig berührten Kontaktoberflächen ist hier von hoher Bedeutung.

Fünf Keime gelten als besonders verbreitete Auslöser für Krankenhausinfektionen:

MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus Aureus),
ORSA (Oxaxillin-resistenter Staphylococcus Aureus),
VRSA (Vancomycin-resistenter Staphylococcus Aureus),
VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken) und
ESBL (Extended Spectrum Beta-Lactamasen).

Nach Operationen immungeschwächter Patienten führen diese Keime zu oftmals tödlich verlaufenden Komplikationen wie Blutvergiftungen, Lungenentzündungen und Harnwegsinfekten. Hauptübertragungswege der gefürchteten Erreger sind der direkte Kontakt über die Hände und oft berührte Oberflächen wie Türklinken, Lichtschalter, Bettgestelle, Nachttische oder auch Sanitärarmaturen. Um diese Infektionswege zu unterbrechen, gilt es, das Kontaminationsrisiko durch systematische Reinigung, Desinfektion und Sterilisation von Instrumenten, Möbeln und Bauteilen zu senken. Von entscheidender Bedeutung in diesem Zusammenhang ist auch die Beschaffenheit der Kontaktoberflächen als Ort der Keimbesiedlung und -übertragung. Auf der Suche nach dem hygienisch optimalen Werkstoff für diese Oberflächen ist deren systemische Betrachtung erforderlich. Seit der Antike ist die antibakterielle Wirkung von Kupfer bekannt. Dennoch vertrauen Wissenschaft und Medizintechnik seit Jahrzehnten auf Edelstahl in hygienisch besonders herausfordernden Umgebungen. Die Begründung liegt in der ganzheitlich sicheren Erfüllung strengster Hygiene-Anforderungen.

Dauerhaft inert

Kennzeichnend für Edelstahl Rostfrei ist die Passivschicht. Die besonders glatte, inerte Oberfläche verhindert den Austritt von Ionen. Kupfer hingegen gibt Ionen ab. Diese Ionen wirken wie ein Antibiotikum, indem sie in die Bakterienzelle eindringen und diese zerstören können. Gegen Antibiotika bilden Bakterien gefährliche Resistenzen. Bislang ist ungeklärt, ob sie nicht analog auf Kupferionen reagieren und diese damit wirkungslos machen.

Dauerhaft glatt

Die kratz- und abriebfeste Edelstahloberfläche ist auch nach jahrelanger Dauerbeanspruchung hochglatt, so dass Bakterien keinen Nährboden finden. Die im Gegensatz dazu deutlich weichere Oberfläche von Kupfer wird im täglichen Gebrauch leicht verkratzt und aufgeraut. Hierdurch entstehen Vertiefungen, die eine bakterielle Besiedlung nicht nur begünstigen, sondern beschleunigen. Die vergrößerte Oberflächenrauigkeit erhöht das Risiko einer steigenden Verschmutzung, die wiederum den Austritt der Ionen zunehmend verhindert.

Dauerhaft reaktionsfrei

Im Krankenhaus gebräuchliche Mittel zur Reinigung oder Desinfektion greifen die inerte Oberfläche von Edelstahl Rostfrei nicht an, so dass keine Wechselwirkungen zwischen Metalloberfläche und Reinigungsmitteln auftreten. Ebenso sicher ist eine Interaktion des Werkstoffs mit der Umwelt wie beispielsweise die Reaktion mit Luftsauerstoff ausgeschlossen. Kupfer hingegen kann durch regelmäßige Behandlung mit den im Krankhaus in der Regel eingesetzten sauren oder oxidativen Reinigungs- und Desinfektionsmittel anlaufen und eine grünliche Patina bilden. Diese Oberflächenveränderung vermittelt nicht nur den Eindruck mangelhafter Hygiene, sondern führt dazu, dass die Oberfläche tatsächlich schlechter zu säubern ist. Auch hierdurch sinkt die Ionen-Durchlässigkeit und in der Folge die antibakterielle Wirkung. Die Summe der geschilderten Einflussfaktoren auf die Ionenabgabe verdeutlicht die Unsicherheit, ob die antibakterielle Wirkung von Kupfer konstant hoch bleibt. Hinzu kommt das Risiko, dass aus wirtschaftlichen Gründen der Gebrauch von Desinfektionsmitteln im Vertrauen auf die bioziden Eigenschaften des Kupfers reduziert wird. Hierdurch entstehende Desinfektionslücken würden die Keimbelastung sogar noch verschlimmern.

Dauerhaft sicher

In der Gesamtbetrachtung zeigt sich, dass die robuste, inerte Oberfläche von Edelstahl Rostfrei hohen Daueranforderungen gerecht wird - in unveränderter Oberflächenbeschaffenheit und zuverlässig planbarer Konstanz. Isolierte Betrachtungen einzelner Eigenschaften wie antibakterielle Wirkung werden dem komplexen Gesamtzusammenhang nicht gerecht. Erst die kombinierte Beständigkeit gegenüber chemischer und mechanischer Beanspruchung gewährleistet - kombiniert mit effektiven Reinigungs- und Desinfektionssystemen - dauerhaft sichere Qualität, Hygiene und Ästhetik. Edelstahl Rostfrei mit Gütesiegel trägt nachhaltig zur Senkung des Infektionsrisikos für Patienten, Krankenhausmitarbeitern und Besucher bei.

Weitere Informationen können per E-Mail an Warenzeichenverband Edelstahl Rostfrei angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:Edelstahl, Kupfer, Keime, Keimkiller, Türklinke, Lichtschalter, Türgriff, Infektion, Staphylokokken, Türklinken, Bettgestelle, Sanitärarmaturen, Kontaktoberflächen, Antibiotikum

Warenzeichenverband Edelstahl Rostfrei e.V.
… vergibt seit 1958 das international geschützte Markenzeichen an Hersteller, Händler und verarbeitende Fachbetriebe. Die derzeit rund 970 Mitgliedsunternehmen verpflichten sich zum produkt- und anwendungsspezifisch optimalen Werkstoffeinsatz und zur fachgerechten Verarbeitung. Missbrauch des Gütesiegels wird vom Verband geahndet.
Informationsstelle Edelstahl Rostfrei
Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit (IHPH)
European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC)
Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH)
Nationale Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen (NRZ)

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siehe zudem:

Türgriffe Lichtschalter Armaturen bei BAULINKS.de
Literatur / Bücher über Krankenhaus, Türen bei Baubuch / Amazon.de
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